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Spindler, Gebrüder

  • Johann Friedrich Spindler d. Ä. (1726 – nach 1793) und sein Bruder,
  • Heinrich Wilhelm Spindler d. J. (1738 – 1788)

Herkunft:

Johann Spindler war fürstlicher Schlosszimmermeister auf der Plassenburg zu Kulmbach. Sein jüngster Sohn mit selben Vornamen (1691-1770) war Hofbauschreiner in Bayreuth. Dieser hatte aus 2 Ehen 7 Söhne, wovon 4 Söhne dem Handwerk des Vaters nacheiferten.

  • Johann Dietrich (1720-1796) war Maschinenmeister am Bayreuther Opernhaus.
  • Jakob (1724- ?) war Hofschreiner in Bayreuth und ab 1770 im Dienst des Herzogs von Württemberg Bauinspektor auf Schloss Fantaisie.
  • Johann Friedrich (1726-nach 1793) war Kunstschreiner und Ebenist, 1746 wurde er nach Potsdam berufen.
  • Heinrich Wilhelm (1738-1788) war ebenfalls Kunstschreiner und Ebenist und mit seinem Bruder Johann Friedrich in Berlin und Potsdam tätig.

Wie etliche ihrer Meisterkollegen beruft Friedrich II. nach dem Tod seiner Lieblingsschwester, der Markgräfin Wilhelmine aus Bayreuth 1746 auch die Brüder Johann Friedrich und Heinrich Wilhelm Spindler nach Berlin um bei der Ausstattung des Neuen Palais in Berlin und in Sanssouci/Potsdam tätig zu werden. So schaffen sie marketierte Fußböden und Möbel für das Neue Palais, sowie Intarsienkabinette und Vertäferungen für die Neuen Kammern in Potsdam. Ihr wohl wichtigstes Werk erschaffen sie in ihrer Bayreuther Zeit für Schloß Fantaisie in Donndorf: die Vertäfelung eines Kabinetts. Dieses befindet sich heute im Nationalmuseum in München. Nach Entwürfen von Johann Christian Hoppenhaupt d. J. erschaffen sie Möbel des friderizianischen Rokoko, die teils dem Louis Quinze Stil verwandt sind. Es entstehen Uhrgehäuse, Kommoden, Schreibtische und Spieltische mit bester Marketerie, auch ein Eckschrank mit Ebenholzmarketerie und Blumenmarketerie. Die Möbel sind meist reich verziert mit vergoldeten oder versilberten Bronzen, die zum Teil aus der Werkstatt von Johann Melchior Kambly bezogen wurden.

Die Brüder Spindler fertigten neben der Familie Roentgen in Deutschland die wohl hervorragendsten Furniermöbel des Rokoko. Möbelstücke aus der Hand der Gebrüder Spindler haben sich im „Haus Doorn“, dem holländischem Exil von Kaiser Wilhelm II. erhalten. Es sind dies zwei Kommoden von ca. 1767 aus Rosenholz und Amarant mit Blumenmarketerie aus Ahorn und Weißbuche, verziert mit vergoldeten und versilberten Bronzen. Diese friderizianischen Möbel stammten aus dem Neuen Palais Berlin und Sanssouci in Potsdam. Auch ein Spieltisch aus der gleichen Zeit wurde Wilhelm II. zur Ausstattung seines Exils nach Holland überlassen.

Literaturempfehlung zu Familie Spindler:

  • Feulner, Adolf: "Kunstgeschichte des Möbels" in Propyläen Kunstgeschichte Sonderband II, 1980, Verlag Ullstein Gmbh, Frankfurt a. Main
  • Kreisel, Heinrich und Himmelheber, Georg: "Die Kunst des deutschen Möbels Spätbarock und Rokoko", Band II, Verlag C.H. Beck, München, 1983